Wenn Erfahrung, Engagement und Kameradschaft zusammenkommen, entstehen
Projekte, die bewegen: Bereits zum dritten Mal machte sich Conrad Kälin vom
Rotary Club Einsiedeln gemeinsam mit Peter Buchmann vom Rotary Club Schönenberg,
Rotarier Arthur und Toni Füchslin auf den weiten Weg nach Osteuropa. Ziel der
rund zehntägigen Reise war es, eine neu gegründete Feuerwehr in Rumänien und eine
bestehende Feuerwehr in Moldawien mit dringend benötigten Einsatzfahrzeugen und
Ausrüstung zu unterstützen.
Von der Idee zur Einsatzbereitschaft
Die Vorbereitungen liefen monatelang. Kälin und Buchmann, beides
erfahrene ehemalige Feuerwehrmänner, sammelten Material aus verschiedenen
Schweizer Feuerwehren von Wädenswil, über Einsiedeln und Schübelbach bis hin zu
einer Betriebsfeuerwehr. Es war eine logistisch anspruchsvolle Aufgabe, die mit
großem Engagement umgesetzt wurde, um Geräte und Uniformen für einen erneuten
Einsatz im Dienst der Sicherheit aufzubereiten. Im Juni 2025 reisten die beiden
zunächst in das rumänische Bergdorf Cund. Dort hatten engagierte junge
Dorfbewohner kürzlich eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Doch es fehlte vom
Schlauch bis zum Schutzanzug an allem. Rasch zeigte sich dabei, dass ein
Löschanhänger mit Tank, Motorpumpe und Grundausrüstung hier das passende
Startpaket wäre, um erste Brände überhaupt bekämpfen zu können.
Kilometer, Pannen und Grenzen
Ende September waren dann alle Vorarbeiten abgeschlossen: In Deutschland
konnte ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug erworben und mit Material beladen
werden. Am 7. Oktober 2025 startete die Vierergruppe sodann ihre Reise Richtung
Osten, welche sie zunächst nach Wien, dann nach Rumänien und schliesslich weiter
nach Moldawien führte. Gleich zu Beginn kam es zu einem Schreckmoment: Rauch
aus dem Armaturenbrett drohte die Reise zu vereiteln. Doch nach kurzer
Reparatur ging es weiter und die über 2'000 Kilometer durch halb Europa konnten
problemlos absolviert werden. In Cund (Rumänien) wurde der Anhänger samt
Ausrüstung feierlich an die örtliche Feuerwehr übergeben, bevor die Fahrt nach
Calarasi in Moldawien weiterging. Dort wurden die Reisenden von langen
Zollformalitäten ausgebremst, da an der Grenze über sechs Stunden Wartezeit,
Formulare und Gebühren auf sie warteten. Dies ist ein unrühmliches Beispiel
dafür, wie beschwerlich Hilfe über Landesgrenzen hinweg manchmal sein kann.
Dankbarkeit und Begegnungen
In Calarasi (Moldawien) endete die zweite Etappe mit bewegenden
Momenten. Die lokale Feuerwehr, die bereits vor vier Jahren ein erstes Fahrzeug
vom Rotary Club Einsiedeln erhalten hatte, nahm das neue Tanklöschfahrzeug mit
grosser Freude in Empfang. Die Schweizer Delegation wurde gar zu einem
Beförderungsabend der Feuerwehr eingeladen, welcher sich durch eine traditionelle
Wodka-Zeremonie und kameradschaftliche Gespräche auszeichnete. Auf dem Heimweg
legte die Gruppe nochmals einen Stopp in Cund ein. Dort führten sie zum
Abschluss Schulungen mit der jungen Feuerwehr durch und erklärten den Umgang
mit Pumpen, Schläuchen und Löschtechnik. Mit dem Wissen, einen wichtigen
Beitrag geleistet zu haben, ging es erfüllt über Wien zurück nach Einsiedeln.
Gemeinsame Leistung mit grosser Wirkung
Das gesamte Projekt kostete rund 28'000 Franken. Einen beträchtlichen
Teil trug der Rotary Club Einsiedeln bei, ergänzt durch private Spenden und
grosszügige Unterstützung seitens beteiligter Firmen, die vielfach auf Honorare
verzichteten. Trotz mancher Herausforderung wie langen Fahrten, Zollhürden oder
technischen Pannen, überwiegt das Gefühl, etwas Bleibendes geschaffen zu haben.
Denn wenn Retter in Ländern mit knappen Mitteln dank solcher Projekte plötzlich
einsatzfähig werden, zeigt sich der rotarische Gedanke von gelebter Solidarität
in seiner reinsten Form.