Neue Hoffnung auf Rädern – Rotary Einsiedeln unterstützt Feuerwehren in Osteuropa

lundi 8 juin 2026

Christian Grätzer

Wenn Erfahrung, Engagement und Kameradschaft zusammenkommen, entstehen Projekte, die bewegen: Bereits zum dritten Mal machte sich Conrad Kälin vom Rotary Club Einsiedeln gemeinsam mit Peter Buchmann vom Rotary Club Schönenberg, Rotarier Arthur und Toni Füchslin auf den weiten Weg nach Osteuropa. Ziel der rund zehntägigen Reise war es, eine neu gegründete Feuerwehr in Rumänien und eine bestehende Feuerwehr in Moldawien mit dringend benötigten Einsatzfahrzeugen und Ausrüstung zu unterstützen.

Von der Idee zur Einsatzbereitschaft

Die Vorbereitungen liefen monatelang. Kälin und Buchmann, beides erfahrene ehemalige Feuerwehrmänner, sammelten Material aus verschiedenen Schweizer Feuerwehren von Wädenswil, über Einsiedeln und Schübelbach bis hin zu einer Betriebsfeuerwehr. Es war eine logistisch anspruchsvolle Aufgabe, die mit großem Engagement umgesetzt wurde, um Geräte und Uniformen für einen erneuten Einsatz im Dienst der Sicherheit aufzubereiten. Im Juni 2025 reisten die beiden zunächst in das rumänische Bergdorf Cund. Dort hatten engagierte junge Dorfbewohner kürzlich eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Doch es fehlte vom Schlauch bis zum Schutzanzug an allem. Rasch zeigte sich dabei, dass ein Löschanhänger mit Tank, Motorpumpe und Grundausrüstung hier das passende Startpaket wäre, um erste Brände überhaupt bekämpfen zu können.

Kilometer, Pannen und Grenzen

Ende September waren dann alle Vorarbeiten abgeschlossen: In Deutschland konnte ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug erworben und mit Material beladen werden. Am 7. Oktober 2025 startete die Vierergruppe sodann ihre Reise Richtung Osten, welche sie zunächst nach Wien, dann nach Rumänien und schliesslich weiter nach Moldawien führte. Gleich zu Beginn kam es zu einem Schreckmoment: Rauch aus dem Armaturenbrett drohte die Reise zu vereiteln. Doch nach kurzer Reparatur ging es weiter und die über 2'000 Kilometer durch halb Europa konnten problemlos absolviert werden. In Cund (Rumänien) wurde der Anhänger samt Ausrüstung feierlich an die örtliche Feuerwehr übergeben, bevor die Fahrt nach Calarasi in Moldawien weiterging. Dort wurden die Reisenden von langen Zollformalitäten ausgebremst, da an der Grenze über sechs Stunden Wartezeit, Formulare und Gebühren auf sie warteten. Dies ist ein unrühmliches Beispiel dafür, wie beschwerlich Hilfe über Landesgrenzen hinweg manchmal sein kann.

Dankbarkeit und Begegnungen

In Calarasi (Moldawien) endete die zweite Etappe mit bewegenden Momenten. Die lokale Feuerwehr, die bereits vor vier Jahren ein erstes Fahrzeug vom Rotary Club Einsiedeln erhalten hatte, nahm das neue Tanklöschfahrzeug mit grosser Freude in Empfang. Die Schweizer Delegation wurde gar zu einem Beförderungsabend der Feuerwehr eingeladen, welcher sich durch eine traditionelle Wodka-Zeremonie und kameradschaftliche Gespräche auszeichnete. Auf dem Heimweg legte die Gruppe nochmals einen Stopp in Cund ein. Dort führten sie zum Abschluss Schulungen mit der jungen Feuerwehr durch und erklärten den Umgang mit Pumpen, Schläuchen und Löschtechnik. Mit dem Wissen, einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben, ging es erfüllt über Wien zurück nach Einsiedeln.

Gemeinsame Leistung mit grosser Wirkung

Das gesamte Projekt kostete rund 28'000 Franken. Einen beträchtlichen Teil trug der Rotary Club Einsiedeln bei, ergänzt durch private Spenden und grosszügige Unterstützung seitens beteiligter Firmen, die vielfach auf Honorare verzichteten. Trotz mancher Herausforderung wie langen Fahrten, Zollhürden oder technischen Pannen, überwiegt das Gefühl, etwas Bleibendes geschaffen zu haben. Denn wenn Retter in Ländern mit knappen Mitteln dank solcher Projekte plötzlich einsatzfähig werden, zeigt sich der rotarische Gedanke von gelebter Solidarität in seiner reinsten Form.